Nummer gegen Kummer: Kostenlose Beratung für Kinder und Jugendliche
Wenn es Kindern oder Jugendlichen nicht gut geht, fällt es oft schwer, sich jemandem anzuvertrauen. Die Nummer gegen Kummer bietet seit 1980 eine vertrauliche Anlaufstelle – kostenlos, anonym und ohne Druck.
Gründungsjahr: 1980 ·
Kinder- und Jugendtelefon: 116 111 ·
Elterntelefon: 0800 111 0 550 ·
Kosten: Kostenlos ·
Anonymität: Ja ·
Erreichbarkeit Kindertelefon: Mo–Sa 14–20 Uhr
Kurzüberblick
- Kinder- und Jugendtelefon: 116 111, kostenlos, anonym, Mo–Sa 14–20 Uhr (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
- Elterntelefon: 0800 111 0 550, kostenlos, anonym, Mo–Fr 9–17 Uhr (Di/Do bis 19 Uhr) (Familienportal des Bundesfamilienministeriums)
- Beratung ist themenoffen und für alle Altersstufen (BMBFSFJ PDF-Handreichung)
- Ob die WhatsApp-Beratung in allen Bundesländern verfügbar ist (Bundesministerium erwähnt regionale Unterschiede)
- Ob die Online-Beratung per E-Mail sofort oder erst nach einigen Werktagen beantwortet wird (keine veröffentlichte Antwortzeit) (Bundesministerium)
- Ob das Kindertelefon auch außerhalb der angegebenen Zeiten besetzt ist (kein 24/7-Betrieb) (Bundesministerium)
- Gründung des Vereins Nummer gegen Kummer e.V. im Jahr 1980 (Wikipedia – Geschichte des Vereins)
- Ausbau der digitalen Angebote: Chat, E-Mail und App sollen bundesweit gestärkt werden (Offizielle Website – Angebote)
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen – ein direktes Bild von Umfang und Reichweite der Nummer gegen Kummer.
| Merkmal | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Angeboten seit | 1980 | Wikipedia (Geschichte) |
| Jährliche Anrufe | ca. 1,2 Millionen | Offizielle Website – Zahlen |
| Anonym | Ja | Familienportal |
| Kosten | Keine | Familienportal |
| Finanzierung | Spenden und öffentliche Mittel | Offizielle Website – Verein |
| Zielgruppe Kindertelefon | Bis 18 Jahre | Bundesministerium |
Was ist eine Nummer gegen Kummer?
Hinter dem Begriff verbirgt sich ein kostenloses, anonymes Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland. Träger ist der Nummer gegen Kummer e.V. Der Verein betreibt das Kinder- und Jugendtelefon, das Elterntelefon sowie eine wachsende Online-Beratung.
Wer bietet die Nummer gegen Kummer an?
- Der Nummer gegen Kummer e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 1980 gegründet wurde (Wikipedia – Historie).
- Finanziert wird er durch Spenden, öffentliche Zuwendungen und Kooperationen mit Landkreisen (Offizielle Vereinsseite).
Welche Ziele hat der Verein?
Der Verein will Kindern und Jugendlichen einen vertraulichen Raum bieten, in dem sie über alles sprechen können – von Liebeskummer über Schulstress bis hin zu Gewalterfahrungen. Das Angebot ist themenoffen und richtet sich an alle Altersstufen (BMBFSFJ-PDF, S. 3).
Die Nummer gegen Kummer funktioniert nach dem Prinzip der Niedrigschwelligkeit: Keine Anmeldung, keine Kosten, keine Namensnennung – nur ein offenes Ohr. Das ist besonders wichtig für junge Menschen, die sich sonst niemandem anvertrauen würden.
Die Kombination aus Anonymität und themenoffener Beratung macht die Nummer gegen Kummer zu einer verlässlichen ersten Anlaufstelle.
Ist die Notrufnummer 147 nur für Jugendliche?
Diese Frage taucht oft auf, weil die 147 in der Schweiz als Kinder- und Jugendtelefon bekannt ist. Die Verwechslung ist nachvollziehbar – die Angebote unterscheiden sich aber deutlich.
Was ist der Unterschied zwischen 147 und der Nummer gegen Kummer?
- Die 147 ist das Kinder- und Jugendtelefon von Pro Juventute in der Schweiz (Pro Juventute – 147).
- In Deutschland lautet die entsprechende Nummer 116 111 – die der Nummer gegen Kummer (Bundesministerium).
Gibt es eine deutsche Entsprechung der 147?
Ja: die 116 111. Während die Schweizer 147 rund um die Uhr erreichbar ist (Pro Juventute), ist das deutsche Kindertelefon von Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr besetzt – ein wichtiger Unterschied, den viele nicht kennen.
Wer die 147 in Deutschland wählt, erreicht nicht die Nummer gegen Kummer, sondern gegebenenfalls einen anderen Dienst. Die korrekte Vorwahl für das Kindertelefon in Deutschland ist 116 111, ohne Vorwahl.
Die Verwechslungsgefahr zeigt, wie wichtig klare Informationen zu den richtigen Rufnummern sind.
Wie lautet die Kummernummer?
Die zentrale Frage: Welche Rufnummer wähle ich für wen? Hier eine klare Aufteilung.
Welche Rufnummern gibt es für verschiedene Zielgruppen?
- Kinder- und Jugendtelefon: 116 111 – kostenlos aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz (Bundesministerium).
- Elterntelefon: 0800 111 0 550 – ebenfalls kostenlos (Familienportal).
- Notruf bei akuter Gefahr: 110 (Polizei) oder 112 (Rettungsdienst) – die Nummer gegen Kummer ist kein Notruf.
Sind die Nummern kostenlos?
Ja, beide gebührenfrei aus allen deutschen Netzen. Kosten fallen weder für das Gespräch noch für die Beratung an (Telekom Servicenummern – Erfahrungsbericht).
„Das Kinder- und Jugendtelefon ist ein themenoffenes Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen.“
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend – Handreichung für Lehrkräfte
Die kostenlose Erreichbarkeit aus allen Netzen unterstreicht den niedrigschwelligen Ansatz.
Was ist das Elterntelefon?
Neben dem Kindertelefon gibt es ein eigenes Angebot für Erwachsene. Das Elterntelefon richtet sich an Mütter, Väter und andere Erziehende.
An wen richtet sich das Elterntelefon?
- Eltern, die sich um ihr Kind sorgen oder sich in einer Erziehungsfrage überfordert fühlen (Familienratgeber – Beschreibung).
- Themen sind u.a. Schulprobleme, Familienkrisen, Sucht und Internet-Gefahren (Familienratgeber).
Wie ist das Elterntelefon erreichbar?
- Telefonnummer: 0800 111 0 550 (Familienportal).
- Erreichbarkeit: Mo, Mi, Fr 9–17 Uhr; Di, Do 9–19 Uhr (Familienportal).
- Anonyme und kostenlose Beratung – der Anruf erscheint nicht auf der Telefonrechnung.
„Das Elterntelefon hilft bei Erziehungsproblemen, Schwierigkeiten in der Schule, Familienkrisen, Sucht und Internet-Gefahren.“
Das Elterntelefon ergänzt das Angebot für eine wichtige Zielgruppe und schließt eine Lücke in der Familienberatung.
Kann man mit der Nummer gegen Kummer schreiben?
Ja, die Beratung ist längst nicht mehr nur telefonisch. Digitale Wege gewinnen an Bedeutung – besonders für Jugendliche, die lieber tippen als sprechen.
Gibt es einen Chat?
- Ja, eine Online-Beratung per Chat ist über die Website möglich (Offizielle Website – Online-Beratung).
- Zusätzlich gibt es eine E-Mail-Beratung über ein verschlüsseltes Formular (Bundesministerium).
Kann man per WhatsApp schreiben?
In einigen Regionen wird eine WhatsApp-Beratung angeboten. Allerdings ist der Roll-out noch nicht bundesweit erfolgt – die Verfügbarkeit hängt von lokalen Kooperationen ab (Offizielle Website). Ein flächendeckender Ausbau ist geplant.
Für Jugendliche, die sich schämen oder Angst vor dem Telefonieren haben, bietet die Chat- und App-Beratung einen niedrigschwelligen Einstieg. Der Haken: Die Bearbeitung dauert oft mehrere Werktage, während das Telefon sofort hilft.
Der Ausbau der digitalen Kanäle ist notwendig, um mit den Kommunikationsgewohnheiten junger Menschen Schritt zu halten.
Bestätigte Fakten und was noch offen ist
Die Recherche zeigt ein klares Bild: Die Kernangebote sind gut dokumentiert, doch bei den digitalen Erweiterungen gibt es Lücken.
Bestätigte Fakten
- Kostenlosigkeit und Anonymität der Telefonberatung (Familienportal)
- Gründungsjahr 1980 (Wikipedia)
- Erreichbarkeit Kindertelefon Mo–Sa 14–20 Uhr (Bundesministerium)
- Elterntelefon für Erziehungsfragen (Familienratgeber)
- Online-Beratung per Chat und E-Mail vorhanden (Offizielle Website)
Was unklar ist
- Ob die WhatsApp-Beratung in allen Bundesländern verfügbar ist
- Wie schnell die Online-Beratung genau antwortet (keine veröffentlichte Standard-Antwortzeit)
- Ob das Elterntelefon auch samstags erreichbar ist (nur Mo–Fr angegeben)
- Ob es regionale Unterschiede bei der Finanzierung gibt
- Ob das Kindertelefon auch außerhalb der angegebenen Zeiten besetzt ist (kein 24/7-Betrieb)
Das Muster ist eindeutig: Die klassische Telefonberatung ist transparent, während die digitalen Kanäle noch im Aufbau sind. Für Ratsuchende ist das relevant, denn wer sofortige Hilfe braucht, sollte zum Telefon greifen – wer Zeit hat, kann den Chat nutzen.
rhein-sieg-kreis.de, facebook.com, bildungsserver.de, verwaltungsportal.hessen.de, findahelpline.com, familienportal.de, instagram.com
Häufig gestellte Fragen
Ist die Nummer gegen Kummer auch für Jugendliche mit Suizidgedanken?
Ja, das Angebot ist themenoffen. Bei akuter Lebensgefahr sollten Betroffene aber den Notruf 112 wählen – die Nummer gegen Kummer ist kein Rettungsdienst. Die Berater vermitteln bei Bedarf an professionelle Hilfsangebote (Offizielle FAQ).
Kann ich mich auch als Elternteil beraten lassen?
Ja, über das Elterntelefon 0800 111 0 550. Es ist speziell für Mütter, Väter und Erziehende ausgelegt (Familienportal).
Was kostet der Anruf bei der Nummer gegen Kummer?
Der Anruf ist kostenlos aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz – sowohl die 116 111 als auch die 0800-Nummer (Telekom Servicenummern).
Gibt es eine Nummer gegen Kummer in Österreich?
In Österreich gibt es das „Kindertelefon“ unter 147 (Rat auf Draht) – ein eigenes Angebot, nicht identisch mit der deutschen Nummer gegen Kummer (Rat auf Draht – offizielle Seite).
Bis zu welchem Alter kann ich das Kindertelefon nutzen?
Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres (Bundesministerium).
Wie läuft die Beratung ab?
Die Berater sind geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie hören zu, fragen nach und suchen gemeinsam mit dem Anrufer nach Lösungen. Die Beratung ist vertraulich und unterliegt der Schweigepflicht (Offizielle Seite – Verein).
Wer arbeitet bei der Nummer gegen Kummer?
Ehrenamtliche Berater, die eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben und regelmäßig supervidiert werden (Offizielle Seite – Mitmachen).
Kann ich die Nummer gegen Kummer auch bei Schulproblemen anrufen?
Ja, Schulstress, Notendruck, Mobbing – all das sind typische Themen der Beratung. Die Angebote sind themenoffen (Familienratgeber).
Die Nummer gegen Kummer bietet eine wertvolle erste Hilfe – aber sie ist kein Ersatz für Therapie oder Notfallmedizin. Die Stärke liegt in der Niedrigschwelligkeit und Anonymität. Für ein Kind in einer Krise ist die 116 111 oft der erste Schritt aus der Isolation. Für Eltern und Erziehende bleibt die Botschaft: Das Angebot ist da, kostenlos und vertraulich. Die Entscheidung, welche Nummer man wählt, hängt von der Dringlichkeit ab: Bei akuter Gefahr 112, bei seelischer Not 116 111. Für die Verantwortlichen im Verein steht die Herausforderung, die digitalen Kanäle auszubauen, ohne die Qualität der persönlichen Beratung zu verlieren.