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Welche Lebensmittel enthalten Magnesium? Tabelle

Felix Jonas Fischer Richter • 2026-06-04 • Gepruft von Daniel Becker

Wer sich schlapp fühlt oder nachts von Wadenkrämpfen wach wird, fragt sich schnell, ob Magnesium fehlt – kein Wunder, denn der Mineralstoff ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt Erwachsenen 300 bis 400 Milligramm pro Tag, und die lassen sich mit den richtigen Lebensmitteln tatsächlich gut erreichen.

Täglicher Magnesiumbedarf (Erwachsene): 300–400 mg · Magnesiumreichstes Lebensmittel (getrockneter Meerlattich): 2780 mg/100 g · Magnesiumgehalt Kürbiskerne: 530 mg/100 g · Anteil der Bevölkerung mit Magnesiummangel (geschätzt): 10–30 %

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Kürbiskerne enthalten 530 mg Magnesium pro 100 g (Magnetrans)
  • Die DGE empfiehlt 300–400 mg täglich (DGE)
  • Magnesiummangel verursacht Muskelkrämpfe und Müdigkeit (AOK Gesundheitsmagazin)
2Was unklar ist
  • Die genaue Bioverfügbarkeit von Magnesium aus verschiedenen Lebensmitteln ist individuell unterschiedlich (DGE)
  • Die Wirkung von Magnesiumpräparaten bei Hashimoto ist nicht abschließend geklärt (DGE)
3Zeitleisten-Signal
  • Der tägliche Bedarf muss kontinuierlich gedeckt werden – der Körper speichert Magnesium nur begrenzt (IQWiG)
4Wie es weitergeht

Die wichtigsten Fakten zu Magnesium in Lebensmitteln

Sechs Werte, eine Orientierung: Die folgende Tabelle fasst die zentralen Kennzahlen zusammen.

Kennzahl Wert
Empfohlene Tagesdosis (Erwachsene) 300–400 mg
Höchster Magnesiumgehalt (Lebensmittel) Meerlattich, getrocknet: 2780 mg/100 g
Magnesiumgehalt in Kürbiskernen 530 mg/100 g
Magnesiumgehalt in Haferflocken 140 mg/100 g
Magnesiumgehalt in Bananen 30 mg/100 g

Die Tabelle zeigt, dass Kürbiskerne und Weizenkleie zu den effizientesten Magnesiumquellen zählen.

Welche Lebensmittel enthalten Magnesium?

Magnesiumreiche Nüsse und Samen

  • Kürbiskerne: 530 mg Magnesium pro 100 g (Magnetrans)
  • Paranüsse: 350 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Sonnenblumenkerne: 330 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Mandeln: 240 mg pro 100 g (Magnetrans)

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) hebt hervor, dass Kerne und Samen wie Mandeln, Sonnenblumen- und Kürbiskerne sowie Leinsamen und Sesam zu den magnesiumreichsten Lebensmitteln zählen. Leinsamen liefern laut der Magnetrans-Tabelle 320 mg pro 100 g. Cashewnüsse kommen auf 270 mg.

Der Vorteil:

Schon eine Handvoll Kürbiskerne (30 g) deckt mit etwa 160 mg fast die Hälfte des täglichen Bedarfs – und liefert zusätzlich Zink und Eisen.

Magnesium in Gemüse und Hülsenfrüchten

  • Mangold, roh: 81 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Spinat, roh: 58 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Sojabohnen, getrocknet: 220 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Kichererbsen, getrocknet: 140 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Tofu: 99 mg pro 100 g (Magnetrans)

Grüne Blattgemüse wie Spinat und Mangold sind solide Magnesiumlieferanten, auch wenn sie nicht an die Konzentration von Samen herankommen. Hülsenfrüchte wie Sojabohnen und Kichererbsen punkten vor allem in getrockneter Form mit hohen Werten. Tofu ist eine gute Option für eine pflanzliche Ernährung.

Magnesium in Getreide und Vollkornprodukten

  • Weizenkleie: 490 mg pro 100 g (gilt als magnesiumreiches Getreideprodukt)
  • Haferflocken: 140 mg pro 100 g
  • Vollkornbrot: etwa 70 mg pro 100 g

Die DGE nennt Vollkornprodukte explizit als magnesiumreiche Lebensmittel. Weizenkleie sticht mit fast 500 mg pro 100 g heraus, während Haferflocken mit 140 mg einen soliden Beitrag zum Tagesbedarf leisten – eine Portion von 50 g liefert bereits etwa 70 mg.

Magnesium in Obst

  • Bananen: 36 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Avocados: etwa 30 mg pro 100 g
  • Getrocknete Feigen: etwa 68 mg pro 100 g

Obst gehört nicht zu den Spitzenreitern, aber Bananen und Avocados liefern einen spürbaren Beitrag. Trockenobst wie Feigen und Datteln enthält durch den Wasserentzug konzentriertere Mengen.

Fazit: Wer auf Nüsse, Samen, Vollkorn und grünes Gemüse setzt, hat gute Chancen, den Magnesiumbedarf ohne Supplemente zu decken. Bananen sind ein netter Bonus, aber keine primäre Quelle.

Wo steckt am meisten Magnesium drin?

Die Spitzenreiter unter den Lebensmitteln

  • Getrockneter Meerlattich (Alge): bis zu 2780 mg pro 100 g
  • Kürbiskerne: 530 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Weizenkleie: 490 mg pro 100 g
  • Kakaopulver: 410 mg pro 100 g
  • Löslicher Kaffee: 330 mg pro 100 g

Die DGE bestätigt Kakaopulver und Bitterschokolade als wertvolle Magnesiumquellen. Allerdings: Je höher der Fett- und Zuckeranteil, desto geringer wird die Magnesiumdichte pro Kalorie.

Was das bedeutet:

Ein Esslöffel Kakaopulver (10 g) liefert etwa 41 mg Magnesium – und das in einer Form, die viele als genussvoll empfinden. Die Bitterschokolade ab 70 % Kakaoanteil kombiniert Magnesium mit Antioxidantien.

Getrocknete Algen als Magnesiumbombe

Meerlattich (Ulva lactuca) ist mit 2780 mg pro 100 g das magnesiumreichste bekannte Lebensmittel. Allerdings isst man Algen in der Regel nur in kleinen Mengen – etwa 5 g als Burma oder Salatbeilage liefern immerhin knapp 140 mg. Wer regelmäßig Algen in die Ernährung einbaut, sollte auf eine vertrauenswürdige Herkunft achten, da Algen auch Schadstoffe aus dem Meer anreichern können.

Fazit: Wer Kürbiskerne, Weizenkleie oder Kakaopulver in den Speiseplan einbaut, profitiert von den praktikabelsten Spitzenreitern. Meerlattich ist eine exotische, aber effektive Ergänzung in kleinen Portionen.

In welchem Obst ist am meisten Magnesium?

Obstsorten mit hohem Magnesiumgehalt

  • Bananen: 36 mg pro 100 g (Magnetrans)
  • Avocados: etwa 30 mg pro 100 g
  • Brombeeren: etwa 25 mg pro 100 g
  • Himbeeren: etwa 22 mg pro 100 g

Obst ist im Vergleich zu Samen und Nüssen kein Magnesium-Schwergewicht. Eine mittlere Banane (120 g) liefert rund 43 mg Magnesium. Das ist ein bescheidener, aber nicht zu vernachlässigender Beitrag zum Tagesbedarf. Das AOK Gesundheitsmagazin empfiehlt, Obst als Teil einer ausgewogenen Ernährung zu sehen, nicht als primäre Magnesiumquelle.

Trockenobst als Magnesiumquelle

  • Getrocknete Feigen: etwa 68 mg pro 100 g
  • Getrocknete Datteln: etwa 40 mg pro 100 g
  • Getrocknete Aprikosen: etwa 32 mg pro 100 g

Durch den Wasserentzug ist der Mineralstoffgehalt bei Trockenobst deutlich höher als bei frischem Obst. Allerdings steigt auch der Zuckeranteil – Trockenobst ist energiedicht. Wer auf seine Kalorienbilanz achtet, geniesst es in kleinen Portionen.

Fazit: Bananen und Avocados sind die besten frischen Obstquellen. Wer den Magnesiumgehalt steigern will, greift zu ungeschwefeltem Trockenobst – aber in Massen.

Was sind die Magnesiumräuber?

Lebensmittel und Stoffe, die die Magnesiumaufnahme hemmen

  • Phytinsäure in Vollkornprodukten kann die Magnesiumaufnahme verringern (DGE)
  • Hoher Zuckerkonsum fördert die Magnesiumausscheidung über die Nieren
  • Alkohol wirkt harntreibend und erhöht den Magnesiumverlust (Verbraucherzentrale)
  • Koffein hat eine milde harntreibende Wirkung und kann den Magnesiumverlust leicht steigern
  • Bestimmte Medikamente wie Diuretika oder Protonenpumpenhemmer senken den Magnesiumspiegel (IQWiG)

Die Verbraucherzentrale warnt, dass ein dauerhaft hoher Alkoholkonsum zu einem signifikanten Magnesiummangel führen kann, weil die Nieren mehr Magnesium ausscheiden. Auch wer täglich mehrere Tassen Kaffee trinkt, sollte auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr achten – der Effekt ist jedoch bei den meisten Menschen moderat.

Wie man Magnesiumräuber vermeidet

  • Vollkornprodukte einweichen oder fermentieren (z. B. Sauerteig) reduziert Phytinsäure
  • Zuckerkonsum auf maximal 50 g pro Tag begrenzen (AOK Gesundheitsmagazin)
  • Alkohol nur in Massen geniessen – am besten alkoholfreie Tage einplanen
  • Bei Medikamenteneinnahme mit dem Arzt über den Magnesiumstatus sprechen
Fazit: Wer viel Vollkorn isst, tut grundsätzlich etwas Gutes – die Phytinsäure lässt sich durch Einweichen oder Fermentieren entschärfen. Zucker und Alkohol sind die wahren Magnesiumräuber, die den Körper leerlaufen lassen.

Welches Magnesium bei Hashimoto?

Empfohlene Magnesiumverbindungen bei Schilddrüsenerkrankungen

Bei Hashimoto-Thyreoiditis ist der Magnesiumbedarf oft erhöht, weil die chronische Entzündung den Mineralstoffhaushalt belastet. Orthomol und andere Anbieter empfehlen Magnesiumcitrat oder Magnesiumglycinat, da diese Verbindungen besonders gut bioverfügbar sind und den Magen schonen. Magnesiumoxid wird dagegen schlechter aufgenommen und kann zu Durchfällen führen.

Wechselwirkungen mit Schilddrüsenmedikamenten

  • Magnesium sollte zeitlich versetzt zu Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin) eingenommen werden – mindestens 2 Stunden Abstand
  • Ein Arztbesuch vor der Einnahme ist ratsam, um einen möglichen Mangel durch einen Bluttest zu bestätigen
  • Levothyroxin und Magnesiumpräparate können sich gegenseitig in der Aufnahme behindern

Patienten mit Hashimoto sollten keinesfalls eigenmächtig hochdosierte Magnesiumpräparate einnehmen, sondern den Bedarf mit ihrem Endokrinologen abstimmen. Eine magnesiumreiche Ernährung über Lebensmittel ist dagegen in der Regel unbedenklich und sinnvoll.

Fazit: Patienten mit Hashimoto sollten ihren Magnesiumstatus gezielt prüfen und Magnesiumcitrat oder -glycinat bevorzugen – aber immer mit zeitlichem Abstand zur Medikation und nach Rücksprache mit dem Arzt.

Was sind die 5 Anzeichen für Magnesiummangel?

Frühe Symptome eines Magnesiummangels

  • Muskelkrämpfe, besonders in den Waden – ein klassisches Frühsymptom (AOK Gesundheitsmagazin)
  • Müdigkeit und Schwächegefühl ohne erkennbare Ursache
  • Kopfschmerzen und Spannungskopfschmerz, der auf normale Schmerzmittel schlecht anspricht

Das AOK Gesundheitsmagazin beschreibt Muskelkrämpfe als eines der häufigsten Warnsignale. Wer nachts regelmässig mit einem Wadenkrampf aufwacht, sollte seinen Magnesiumstatus überprüfen lassen.

Fortgeschrittener Mangel und seine Folgen

  • Herzrhythmusstörungen – ein ernstes Symptom, das sofort ärztlich abgeklärt werden muss (IQWiG)
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Gliedmassen (Parästhesien)
  • Migräneattacken können mit Magnesiummangel zusammenhängen
  • Schlafstörungen und innere Unruhe

IQWiG weist darauf hin, dass ein langanhaltender Magnesiummangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Die Symptome sind jedoch unspezifisch – ein Bluttest gibt Klarheit.

Fazit: Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind die frühen Boten. Wer Herzrhythmusstörungen oder Kribbeln bemerkt, handelt besser heute als morgen – ein Arztbesuch ist der einzig richtige Schritt.

Wie kann ich täglich 100 % meines Magnesiumbedarfs decken?

Ernährungsplan für eine magnesiumreiche Ernährung

Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei 300–400 mg. Eine kluge Kombination von Lebensmitteln macht es leicht, dieses Ziel zu erreichen. Die DGE empfiehlt, magnesiumreiche Lebensmittel über den Tag zu verteilen: Samen und Nüsse zum Frühstück, Vollkornprodukte mittags, grünes Gemüse abends.

Beispielhafter Tagesplan zur Bedarfsdeckung

  • Frühstück: 50 g Haferflocken (70 mg) + 1 Banane (43 mg) = 113 mg
  • Snack: 30 g Kürbiskerne (159 mg) = 159 mg
  • Mittagessen: 200 g Spinat (116 mg) + 150 g Vollkornreis (53 mg) = 169 mg
  • Abendessen: 150 g Mangold (122 mg) + 100 g Tofu (99 mg) = 221 mg

Gesamt: 662 mg – mehr als genug, um den Bedarf von 300–400 mg zu decken. Selbst wer auf einzelne Komponenten verzichtet, erreicht mit einer Handvoll Kürbiskernen, einer Portion Haferflocken und einer Mahlzeit mit Grüngemüse problemlos die 300 mg.

Der praktische Tipp:

Kürbiskerne, Haferflocken und Spinat sind die drei effektivsten Alltagsquellen. Wer diese regelmässig isst, braucht in der Regel kein Magnesiumpräparat – und spart Geld.

Fazit: Wer einen bewussten Speiseplan mit Haferflocken, Banane, Kürbiskernen und Spinat verfolgt, deckt den Bedarf mühelos und benötigt keine Supplements.

Magnesiumgehalt im Vergleich: Die effektivsten Lebensmittel

Fünf Lebensmittelgruppen, ein klares Bild: Die folgende Tabelle zeigt, welche Portionen Sie brauchen, um 100 mg Magnesium aufzunehmen – und wo das Verhältnis von Menge zu Nährwert am günstigsten ist.

Lebensmittel Magnesium (mg/100 g) Menge für ca. 100 mg Magnesium
Kürbiskerne 530 19 g (1 EL)
Weizenkleie 490 20 g (2 EL)
Kakaopulver 410 24 g (2 EL)
Sonnenblumenkerne 330 30 g (1 Handvoll)
Mandeln 240 42 g (1 Handvoll)
Leinsamen 320 31 g (2 EL)
Haferflocken 140 71 g (eine Portion)
Spinat (roh) 58 172 g
Banane 36 278 g (ca. 2–3 Stück)

Der Verbraucherzentrale zufolge ist die Bioverfügbarkeit von Magnesium aus pflanzlichen Quellen grundsätzlich gut, sofern die Lebensmittel nicht übermässig verarbeitet sind. Die Tabelle macht deutlich: Samen und Kleie sind die effizientesten Quellen – Blattgemüse und Obst benötigen grössere Portionen, liefern dafür aber wertvolle Begleitstoffe.

Bestätigte Fakten

  • Magnesiumgehalt in Kürbiskernen beträgt 530 mg/100 g (Magnetrans)
  • Magnesiummangel kann Muskelkrämpfe verursachen (AOK Gesundheitsmagazin)
  • Empfohlene Tagesdosis für Erwachsene liegt zwischen 300 und 400 mg (DGE)
  • Alkohol und Zucker erhöhen die Magnesiumausscheidung (Verbraucherzentrale)
  • Vollkornprodukte, Nüsse und Samen sind verlässliche Magnesiumquellen (DGE)

Was unklar ist

  • Die genaue Bioverfügbarkeit von Magnesium aus verschiedenen Lebensmitteln im Körper ist individuell unterschiedlich
  • Die Auswirkungen von Magnesiumpräparaten bei Hashimoto sind nicht abschliessend geklärt
  • Ob Magnesiumpräparate Migräne zuverlässig vorbeugen, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt
  • Der tatsächliche Magnesiumstatus lässt sich nur durch einen Bluttest beim Arzt zuverlässig bestimmen – Selbstdiagnosen sind unsicher
  • Die Langzeitwirkung von Magnesiumsupplementen ist nicht vollständig erforscht

Das Nebeneinander von gesichertem Wissen und offenen Fragen zeigt: Wer seinen Magnesiumhaushalt verbessern will, sollte auf bewährte Lebensmittel setzen und bei Unsicherheit ärztlichen Rat einholen.

Stimmen aus der Wissenschaft und Praxis

„Eine ausreichende Magnesiumzufuhr über die Ernährung ist in der Regel gut möglich. Besonders Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte tragen signifikant zur Deckung des Bedarfs bei. In der deutschen Durchschnittsbevölkerung liegt die Magnesiumaufnahme jedoch häufig unterhalb der empfohlenen Zufuhr.“

– Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, Fachgesellschaft für Ernährungsempfehlungen)

„Muskelkrämpfe, besonders in den Waden, gehören zu den häufigsten Symptomen eines Magnesiummangels. Betroffene sollten zuerst ihre Ernährung überprüfen, bevor sie zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Kürbiskerne, Mandeln und Vollkornprodukte sind hervorragende Quellen.“

AOK Gesundheitsmagazin (gesetzliche Krankenkasse, Gesundheitsportal)

Die Einschätzungen beider Institutionen decken sich: Die prioritäre Strategie ist eine magnesiumreiche Ernährung, nicht die Supplementation. Supplemente sind dann sinnvoll, wenn ein nachgewiesener Mangel vorliegt oder die Ernährung keine ausreichende Zufuhr ermöglicht.

Wer seinen Magnesiumbedarf über die Nahrung decken möchte, sollte auch wissen, dass die richtige Magnesiumform für den Schlaf eine wichtige Rolle spielt.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Magnesium überdosieren?

Ja – allerdings fast ausschliesslich durch hochdosierte Supplemente. Eine Überdosierung über Lebensmittel ist praktisch unmöglich. Wer mehr als 250 mg Magnesium pro Tag als Präparat einnimmt, riskiert Durchfälle und Magen-Darm-Beschwerden. Sehr hohe Dosen können Herzrhythmusstörungen auslösen. Die Verbraucherzentrale rät, Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium vorher mit einem Arzt abzustimmen.

Ist in Mineralwasser Magnesium enthalten?

Ja, viele Mineralwässer enthalten natürliches Magnesium. Ein Liter Wasser mit einem Magnesiumgehalt von 100 mg/L deckt etwa ein Viertel des Tagesbedarfs. Die genauen Werte stehen auf dem Etikett – als Faustregel gilt: über 50 mg/L magnesiumhaltig, über 150 mg/L magnesiumreich. Die AOK empfiehlt, beim Mineralwasserkauf auf den Magnesiumgehalt zu achten.

Hilft Magnesium gegen Muskelkater?

Die Studienlage ist uneinheitlich. Einige Untersuchungen zeigen eine leichte Linderung von Muskelkater nach Magnesiumeinnahme, andere keinen signifikanten Effekt. Die IQWiG bewertet die Belege als nicht ausreichend für eine klare Empfehlung. Wer Muskelkater hat, hilft Dehnen, Wärme und leichte Bewegung oft besser als Magnesium.

Welches Magnesiumpräparat ist das beste?

Magnesiumcitrat und Magnesiumglycinat gelten als besonders gut bioverfügbar. Magnesiumoxid ist günstiger, wird aber schlechter aufgenommen und kann abführend wirken. Orthomol und andere Hersteller empfehlen für die tägliche Supplementierung organische Verbindungen. Die Wahl hängt auch von der individuellen Verträglichkeit ab – wer zu Durchfällen neigt, meidet Magnesiumcitrat besser.

Wie äussert sich ein Magnesiummangel bei Kindern?

Bei Kindern äussert sich ein Mangel ähnlich wie bei Erwachsenen: Muskelzuckungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Wachstumsverzögerungen sind möglich. Da Kinder einen niedrigeren absoluten Bedarf haben, ist ein Mangel seltener. Die DGE gibt altersabhängige Referenzwerte an: Kinder von 4 bis 7 Jahren benötigen rund 170 mg täglich, Jugendliche bis zu 310 mg.

Enthalten Milchprodukte Magnesium?

Milchprodukte enthalten nur geringe Mengen Magnesium. Ein Becher Joghurt (150 g) liefert etwa 18 mg, ein Glas Milch (200 ml) rund 22 mg. Milchprodukte sind daher keine relevanten Magnesiumquellen. Wer seinen Bedarf decken will, setzt besser auf Nüsse, Samen und Vollkornprodukte.

Kann Magnesium beim Einschlafen helfen?

Magnesium wird eine entspannende Wirkung auf das Nervensystem nachgesagt. Es unterstützt die Funktion des GABA-Rezeptors, der für die Beruhigung des Gehirns zuständig ist. Die IQWiG sieht Hinweise, dass Magnesium die Einschlafzeit verkürzen kann – die Belege sind jedoch nicht stark genug für eine Therapieempfehlung bei Schlafstörungen. Ein warmes Glas Wasser mit Magnesiumcitrat vor dem Schlafengehen kann für manche eine sanfte Hilfe sein, ersetzt aber keine Schlafhygiene.

Für die meisten Menschen in Deutschland ist eine ausreichende Magnesiumversorgung ohne teure Supplemente machbar. Die Kombination aus Kürbiskernen, Haferflocken, Spinat und einer Handvoll Nüsse deckt den Tagesbedarf von 300 bis 400 mg zuverlässig – ohne dass ein Präparat nötig ist. Wer auf Alkohol und Zucker achtet und Vollkornprodukte einweicht oder fermentiert, schützt sich vor Magnesiumräubern. Für Menschen mit Hashimoto, chronischen Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme bleibt der Arztbesuch der richtige erste Schritt. Der Rest ist clevere Küche: Wer seinen Speiseplan einmal umstellt, profitiert dauerhaft – nicht nur beim Magnesium, sondern bei der gesamten Nährstoffversorgung.



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Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.